11.05.2021

Würdigung und Förderung der guten Seelen

Autor / Quelle: Felix Weitner

75 Jahre NFV-Kreis Helmstedt - Die Ehrenamtskommission widmet sich den Helden neben dem Platz

Der Vereinssport und das Ehrenamt – zwei Dinge, die untrennbar miteinander verbunden sind. Denn ohne die guten Seelen, die in ihrer Freizeit als Trainer, Betreuer, Platzwart oder in anderer Funktion etliche Arbeitsstunden abreißen, wäre der Sportbetrieb, wie wir ihn kennen, kaum durchzuführen. Das hat auch der NFV-Kreis Helm- stedt erkannt und deswegen längst eine eigene Ehrenamtskommission ins Leben gerufen.

Was die Arbeit dieses Gremiums ausmacht, wie es wirkt und welche Herausforderungen in Zukunft auf die Ehrenamtskommission warten, darüber haben wir im Rahmen unserer Serie zum 75-jährigen Bestehens des NFV-Kreises Helmstedt mit Ralph Nurenberg gesprochen. Er ist der neue Vorsitzende dieses Ausschusses und hat mit seinem Team die Aufgabe, die großen Fuß-stapfen des im Winter verstorbenen Henry Menzel auszufüllen.

Anträge, Ehrungstage – und aktuell jede Menge Mailverkehr
Doch der Reihe nach: Was ist grundsätzlich die Aufgabe der Ehrenamtskommission? „Es wird immer schwieriger für die Vereine, ehrenamtliche Helfer zu finden. Und das Engagement derjenigen,die helfen, wird oftmals nicht oder nicht ausreichend gewürdigt. Hier wird durch den Kreisehrenamtsbeauftragten Unterstützung angeboten“, umreißt Nurenberg.

Hierzu gehören Angebote und Anregungen zur Gewinnung und Förderung von Ehrenamtlichen, aber auch die Unterstützung und Informationen über die diversen Formen von Ehrungen auf allen Ebenen des Fußballsports. Entsprechende Regeln und Vorgaben hier-für sind in den Ehrungsordnungen festgehalten. „Es bleibt die dauer-hafte Aufgabe, die Qualität der eh-renamtlichen Arbeit und die Wert-schätzung von Engagement im Verein zu steigern“, so der Vorsitzende.

Was das im Konkreten bedeutet? Es müssen gestellte Ehrungsanträge bearbeitet und an übergeordnete Gremien weitergeleitet werden. Außerdem gilt es, Veranstaltungen wie den Kreisehrungstag zu organisieren. Und dann ist da eben noch die Beratungsfunktion für Vereine rund um das Ehrenamt, von Gewinnung bis Würdigung der en- gagierten Helfer.

Apropos Vereine: Für die Zusammenarbeit mit der Kommission können diese einen eigenen Ehrenamtsbeauf- tragten benennen. „Leider haben aber nur 23 unserer 67 Vereine auf Kreisebene dies getan, und oft sind diese Angaben auch veraltet. So haben wir keine große Möglichkeit,die Zuständigen vor Ort zu kontaktieren“, benennt Nurenberg ein Problem. Im Umkehrschluss rufen dadurch auch die Vereine die Unterstützung durch die Kommission nur bedingt ab, es gebe eher wenig Anfragen.

Um den Dialog mit den Vereinen zu fördern, hat der NFV-Kreis auf seiner Website die Rubrik „Ehrenamt“ eingerichtet, auf der alle wichtigen Angaben veröffentlicht und auch laufend aktualisiert werden. „Dort ist auch eine E-Mail-Adresse hinterlegt, über den Kontakt zu uns aufgenommen werden kann und alle Ausschussmit- glieder informiert werden“, lädt Nurenberg die Vereine ein, ihn und seine Mitstreiter bei Fragen rund um das Ehrenamt zu kontaktieren.
 
Der Kommissions-Alltag: Neues Team, Corona als Erschwernis
Für ihn und seine Kollegen ist die Situation derweil auch noch ungewohnt, schließlich formierte sich das Team erst vor kurzem und aus traurigem Anlass. Und die Pandemie erschwert die Arbeit zusätzlich. „Leider konnten wir uns wegen der aktuellen Situation noch nicht zu Sitzungen treffen, um uns gemeinsam zu besprechen“, berichtet Nurenberg.

Stattdessen wird derzeit ein munterer Austausch auf dem elektronischen Dienstweg praktiziert: Anträge und Anfragen werden so abgearbeitet, dass jedes Ausschussmitglied erst mal das Anliegen sichtet und dann eine Stellungnahme schreibt. Bei Anfragen wird zudem abwechselnd recherchiert und geantwortet. Das alles läuft eben momentan alles online ab – Sitzungen vor Ort wären leichter, sind aber nun mal nicht möglich. Auch für Ehrungen, beispielsweise den Ehrungstag, gibt es ein fixes Prozedere: Termin finden, Ort und Veranstalter suchen, dann noch ein Programm gestalten und den Ablauf durchorganisieren – schließlich sollen sich die Geehrten auch entsprechend gewürdigt  fühlen.
 
„Die Auszeichnungen werden von den zuständigen Ebenen, also beispielsweise vom Deutschen Fußball-Bund, angefordert und dann vom NFV-Kreis vorbereitet. Sobald die Vorbereitungen abgeschlossen sind, gehen die Einladungen an die Gäste und zu Ehrenden raus“, führt Nurenberg aus. „Bei internen Maßnahmen läuft es ähnlich ab.“
 
Der Vorsitzende freut sich schon jetzt auf die Tage, wenn er mit seinem Team auch endlich gemeinsam vor Ort arbeiten kann. „Geplant ist, dann regelmäßige Sitzungen abzuhalten, in denen die laufenden Planungen abgesprochen und geregelt werden, um diese dann dem Kreisvorstand vorzustellen und absegnen zu lassen.“

Für die Zukunft: Jugend erreichen und zusammenarbeiten
Die Planungen, wie dann nach der Pandemie gearbeitet werden soll, laufen bereits. Nurenberg hat allerdings noch weitere Zukunftsthemen identifiziert. Eines davon ist, „durch mehr Öffentlichkeitsarbeit und Präsentationen von Schritten zur Werbung für das Ehrenamt zu versuchen, neue Mitstreiter auf allen Ebenen zu gewinnen“, so der Vorsitzende der  Ehrenamtskommission. In diesem Kontext soll zudem dafür geworben werden, dass die Vereine ihrerseits mehr Ehrenamtsbeauftragte benennen, um so vor Ort Mitstreiter und Ansprechpartner zu haben. Denn auch auf diese Weise könne das Ehrenamt noch gestärkt werden.

Als einen weiteren Multiplikator für seine Sache hat Nurenberg die Sportplatzgespräche ausgemacht. Denn hier kann bei den Vereinen ebenfalls  das  grundlegende  Bewusstsein für die Angebote der Kommission gestärkt und so zur Mitarbeit motiviert werden.

Bei einem anderen Aspekt orientiert sich Nurenberg derweil am Spielbetrieb: Eine Antwort auf sinkende Mann- schaftszahlen ist es bei den Aktiven, mit Nachbarkreisen zusammenzuarbeiten und beispielsweise gemeinsame Ligen an den Start zu bringen, selbst Kooperationen mit Sachsen-Anhalt sind ein Thema. Dieses Prinzip kann sich der neue Kommissionsvorsitzende auch rund um das Ehrenamt vorstellen, etwa, um gemeinsame Veranstaltungen zu organisieren.

Zu guter Letzt sollen auch die vielen Aktionen, mit denen Ehrenamtlichen gedankt wird, öffentlichkeitswirksamer gemacht werden, beispielsweise mit Berichten. Denn die Wochenerlebnistour nach Spanien aus dem Bereich „das junge Ehrenamt“ oder das Wochenenderlebnis mit Partner in Barsinghausen für den Kreisehrenamtspreis- träger sind tolle Beispiele dafür, dass sich das Ehrenamt in Form von tollen Erlebnissen durchaus lohnen kann.

So könnten vielleicht mehr Menschen für die aufopferungsvollen Posten in den Vereinen gefunden werden. Und genau das ist eben auch die Aufgabe der Ehrenamtskommission: Sicherstellen,dass das Rückgrat des Vereins- fußballs erhalten bleibt und dass sich der Fußball auf seine Ehrenamtlichen verlassen kann – ihnen dafür aber auch den gebührenden Respekt zollen.

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Seite zuletzt aktualisiert am: 10.06.2021

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