05.02.2016

Schiedsrichterin Ann-Kathrin Brandes in Barsinghausen geehrt

Der Präsident des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV), Karl Rothmund, ließ im festlich geschmückten Saal Niedersachsen des Sporthotels Fuchsbachtal in Barsinghausen seiner Begeisterung freien Lauf. „Eine Veranstaltung wie diese, die hat es im NFV bislang noch nie gegeben.“ Und er hatte recht: Dass gut 80 engagierte Sportlerinnen und Sportler aus dem ganzen Landesverband anreisen, um an einer Doppelehrung teilzunehmen, das ist eine echte kleine „Weltpremiere“. Und dass es sich bei diesen Sportlern allesamt um Fußball-Schiedsrichter handelt – das ist in der Tat ein Novum in der Geschichte des Verbandes – und vermutlich auch weit darüber hinaus.

Aus dem NFV-Kreis Helmstedt war Ann-Kathrin Brandes (SV Esbeck) dabei, die in der Kategorie "Danke Schiri" als Schiedsrichterin für den Bezirk Braunschweig ausgezeichnet wurde. Kreisschiedsrichterausschussmitglied Florian Cacalowski hatte sie dem Bezirksschiedsrichterobmann Stefan Voth vorgeschlagen. Geehrt wurden Fußball-Vereine sowie einzelne Unparteiische, die sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten um das Schiedsrichterwesen besonders verdient gemacht haben.

Wertschätzung, die Bedeutung der Schiedsrichter in einem funktionierenden Spielbetrieb, die Erhaltung gewonnener Unparteiischer, die enorme Bedeutung der Ehrenamtskultur für den NFV und ein faires Miteinander – das sind die Stichworte, die an diesen zwei Tagen in Barsinghausen und Wolfsburg die Veranstaltung bestimmten. Zur Auszeichnung der Verbandssieger der Aktionen „Fleißige Schiedsrichter“ sowie „Danke Schiri“ gehörte auch der Besuch der Bundesliga-Partie des VfL gegen den 1. FC Köln (1:1).

Stadionführung, Rundgang durch die Ausstellung VfL-Fußballwelt und eine launige Begrüßung durch Pierre Littbarski, Leiter Scouting beim VfL, rundeten das Programm ab:

„Ich bin ehemaliger Schiedsrichter – und einmaliger Schiedsrichter. Einmal musste ich ein Jugendspiel in Berlin pfeifen, weil ich als Spieler zuvor eine große Klappe hatte. Mein Trainer hat mich danach mit Recht dazu verdonnert, ein Spiel zu leiten. Und das waren die schwierigsten 70 Minuten meines Fußballer-Lebens“, berichtet der Weltmeister von 1990 augenzwinkernd.

„Es ist nicht ganz einfach, als Schiedsrichter Selbstvertrauen zu tanken. Ein Stürmer, der den Ball fünfmal am leeren Tor vorbeischießt, beim sechsten Mal das Leder irgendwie mit Glück reinstochert, den umarmen sie alle. Bei den Unparteiischen ist das nicht so einfach, lautet die Wertschätzung des ehemaligen Bundesligaprofis beim 1. FC Köln.

„Vielleicht können wir diese Ehrung nutzen, um noch mehr Schiedsrichter zu gewinnen und unseren jetzigen zu zeigen, dass das Ehrenamt Schiedsrichter nicht unter den Tisch fällt, sondern durch so eine Veranstaltung gewürdigt wird“, bedankt sich Ann-Kathrin Brandes.

Helmstedts Schiedsrichterin Ann-Kathrin Brandes, links von ihr Bezirksschiedsrichterobmann Stefan Voth und Braunschweigs Bezirksvorsitzender Egon Trepke (ganz rechts) mit den ebenfalls geehrten Schiedsrichtern Matteo Pilotta (Kreis Wolfsburg, links) und Gerhard Roch (Kreis Nordharz).

 

 

 

Danke Schiri. Ann-Kathrin Brandes, fünfte von links, wurde in Barsinghausen geehrt.

 

 

Foto und Text: Marco Hasse und Peter Bartsch, NFV

Seite zuletzt aktualisiert am: 23.09.2016

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